Tagebucheintrag 022 | 04. Juli 2020

“Ein tolles Teil”

An dem Tag befand ich mich auf einem Markt. Viele tolle Sachen wurden hier feilgeboten.

Auch ein kleiner roter Scooter, welcher mir sofort gefiel. Das Wort „Scooter“ hatte ich zuvor noch nie gehört, hatte aber schon bemerkt, dass es diese Fortbewegungsmittel in zahlreichen Farben und Ausführungen gibt und viele Leute sich solcher bedienen um von einem Ort zum anderen zu kommen.

Schnell entschlossen wollte ich den roten Scooter kaufen und gab dem Verkäufer meine Karte. Dieser lehnte die Karte jedoch ab und wollte Bargeld. „Wie komme ich zu Bargeld?“ fragte ich halblaut, wobei ich am Gesichtsausdruck des Verkäufers bemerkte, wie dieser entgeistert blickte. Deshalb formulierte ich die Frage anders. “Wo bekomme ich jetzt Bargeld?“, fragte ich jetzt laut und selbstbewusst. „Ah – wollen wissen wo nächste Bankomat! Bankomat sein 100 Meter umme und dann rex.“ sagte er.

Ich ging wie von ihm bezeichnet und entdeckte ein eingemauertes Gerät mit der Aufschrift Bankomat. Das muss es sein, dachte ich. Auf dem Gerät entdeckte ich einen Schlitz. Darüber war eine Abbildung einer Karte, welche wie meine aussah. Dieser Schlitz stach einem deshalb ins Auge weil er ständig blinkte. Vielleicht muss ich meine Karte hier reinstecken dachte ich und tat es einfach. Die Karte wurde von Gerät aufgenommen. Am Bildschirm tat sich etwas und offenbar bot diese Maschine viele Leistungen an. Ich entschied mich für den Punkt Bargeld beheben und drückte diese Option. Nun forderte mich das Gerät auf, einen Code einzugeben. Welchen Code! Um Himmels Willen – verzweifelt dachte ich nach, als mir einfiel bei der Übernahme der Karte auch einen Zettel erhalten zu haben, auf welchen sich „Rubbelfelder“ befanden. Ich hatte diesen Zettel einfach in meine Börse gesteckt. Hoffentlich hab ich den noch, dachte ich und suchte fieberhaft. JA hier! Gottseidank! Nachdem ich den Code aufgerubbelt hatte, gab ich die Nummer mit dem Tastenfeld ein 9255. Es folgte die Frage des Gerätes wie viel ich beheben wolle. Ich gab 700 ein. Das Gerät schrieb nun in rot, dass dies nicht möglich sei. Also gab ich 600 ein. Auch mit dem selben Ergebnis. Es folgte 500 mit gleichem Erfolg. Schon am Aufgeben versuchte ich noch die Zahl 400 und siehe da, es tat sich was. Der Apparat machte klappernde Geräusche und nach kurzer Zeit spuckte er meine Karte aus, welche ich abzog und einsteckte. Danach kamen aus einem anderen Schlitz Papierstücke in verschiedenen Farben.

Als ich einige Zeit überrascht und verunsichert vor dem Gerät stand, begann dieses aufgeregt zu piepsen und am Monitor war zu lesen, dass ich das Geld nicht vergessen sollte. Also zog ich das Packerl bunte Papierscheine aus dem Schlitz und ging wieder zum Scooter Stand. Dort erwarb ich den roten Roller.



Informationen zum alten Foto

#1899465

Titel Wien 20, Hannovergasse
Beschreibung Marktbild, Blick gegen den Stand der Wiener Fleischbänke.
Datierung um 1925
   
Orte Wien  
Schlagworte Brigittenau, Markt
Digitale Sammlung Wien
   
Inventarnummer 69.537A(B)
Bildnachweis ÖNB
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