Tagebuch Teil 3 – Eintrag 022

“Eine wirklich kleine Burg”

Schon aus der Ferne konnte man diese Burg sehen. Mitten auf einer weiten ebenen Fläche ist ein Hügel, der eigentlich aussieht als hätte man hier Erde angehäuft. Auf diesem Hügel, welcher beim Näherkommen immer größer wurde, steht die Burg. Groß ist die aber nicht wirklich. Dafür ist der Weg auf den Hügel sehr steil.

Drei Mal mussten wir anhalten um zu verschnaufen. Und wir hatten kein Gepäck dabei. Wie konnten die Leute früher das Baumaterial, die Lebensmittel und die Waffen da rauf tragen? Hier wäre das grüne kleine Auto vom Wurzenpass-Oberst von Vorteil, dachte ich mir. Natürlich ärgerte ich mich auch über meine abhanden gekommene Sportlichkeit. Offenbar sollte ich mehr für meine Kondition machen, als mich zum Essen einladen zu lassen und dazu alkoholische Getränke zu konsumieren. Jedenfalls dürften die “Adana Kebap” nun von meinen noch vorhandenen Muskeln im Zuge des anstrengenden Aufstieges verbrannt sein. Durch diese Anstrengung fielen mir noch zahlreiche weitere sinnlose Fragen ein, wie zum Beispiel: Ob in den “Adana Kebap” Cholesterin drinnen war und ob dieses auch verbrennt, wenn man nur genug Sport macht?

Zum Glück waren wir zwischenzeitlich oben angekommen. Viel zu sehen war ja nicht mehr. Nur ein kleiner Turm und ein Haus. Der Oberst Rapatz und dessen Frau erklärten mir die Bedeutung der Heuneburg. Sie wurde erstmals 1070 urkundlich erwähnt und diente anfänglich hauptsächlich zum Schutz der Bevölkerung gegen die Angriffe der Awaren. 1293  hatte sie mit dem Grafen Ulrich den politischen Höhepunkt erreicht. Bis dieser dann bei der Schlacht am Wallersberg bei Griffen, dem Grafen von Görz-Tirol unterlag. Dann folgten zahlreiche Übernahmen durch verschiedene Burgherren bis sie im 15. Jahrhundert wie fast alles andere in der Gegend habsburgisch wurde. Später also, bis 1772 besaß die Burg Graf Orsini-Rosenberg und danach bis 1884 die Grafen von Egger. Da sie direkt an der Eisenstrasse lag, war die Lage auch als “Aufpasserburg für diese Eisenstraße”  wirtschaftlich interessant. Diese Strasse ist nicht wie man aus dem zusammengesetzten Hauptwort meinen mag aus Eisen sondern darauf wurden die Transporte von Eisen als Rohstoff durchgeführt. Heute ist sie im Besitz der Freiherrn von Helldorf und wird als eindrucksvolle Bühnenrequisite bei den Sommerspielen verwendet. ………

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