Sylvia Schaffranek

Die Erzählungen zum Bild “Die Erstkommunion”

Der Umzug ging von der Allerheiligenkirche nach rechts, über einen Teil des Allerheiligenplatzes in die Vorgartenstraße. Weiter die Vorgartenstraße nach vor, dann rechts rein in die Pöchlarnstraße.

Dieses Foto zeigt den Beginn der Pöchlarnstraße, die linke Straßenseite, von der Vorgartenstraße kommend. Auf dieser Seite warein Fleischhauer und daneben ein Gemüse- und Grünwarengeschäft. Auf der rechten Seite war am Eck der Wirt, danach kam eine Trafik. Nach der Trafik sind wir nach rechts in die Salzachstraße eingebogen und gingen zurück Richtung Allerheiligenkirche. In der Salzachstraße, gleich nach der Kreuzung mit der Pöchlarnstraße, dort wo jetzt ein türkisches Geschäft ist, war damals ein Wirkwaren-Geschäft, welches Schönecker hieß. Auf der rechten Seite war noch ein Fleischhauer. Der Umzug ging die Salzachstraße entlang, überquerte die Traisengasseund ging vor  bis zur MA48. Bevor man zur Kirchekam,  war ein Blumengeschäft, das es heute auch nicht mehr gibt.Weiter ging es eine Runde über den Allerheiligenplatz, zurück zur Kirche.

All diese Geschäfte, die ich aufgezählt habe, gibt es heute nicht mehr. Die Räume, in welchen sich das Gemüse- und Grünwarengeschäft  befand, wurden zu Kellerräumen für das darüber liegende Wohnhaus umgebaut.

Der Umzug selbst spielte sich folgendermaßen ab:

Wir gingen aus der Kirche heraus. Vor der Kirche wurden christliche Lieder gesungen. Während wir die zuvor beschriebenen Straßenzüge durchwanderten, streuten wir Kinder Blumen auf die Straße. Meist hatten wir schon an der Kreuzung Vorgartenstraße – Pöchlarnstraße fast keine Blumen mehr. Für uns Kinder war das ein Erlebnis. Zwei Jahre später war es für uns nichts Besonderes  mehr, weil wir schon größer waren und deshalb schon wussten worum es ging. Dadurch war es nicht mehr so lustig. Es waren immer sehr viele Leute dabei. Nicht nur Eltern und Verwandte, sondern auch viele Leute aus der Bevölkerung. Die Personen auf dem Foto sind nicht nur Großmütter und Urgroßmütter. Auch Personen, die in die Kirche gingen und dann am Umzug teilnahmen, sind darauf zu sehen. Es war immer ein Erlebnis. Man könnte fast sagen, dass es ein Volksauflauf war.

Die Straßen waren nicht gesperrt, weil es damals nicht so viel Verkehr gab wie heute. Da die Veranstaltung immer an einem Samstag oder Sonntag stattfand, und damals am Samstag Nachmittag keine Geschäfte offen hatten, war kaum Verkehr. Am Sonntag waren überhaupt fast keine Fahrzeuge unterwegs. Gegenüber dem, was sich heute abspielt, waren wir damals auf einer Insel der Seligen. Es war kein Verkehr. Ich habe seinerzeit mit dem Ball auf dem Gehsteig gespielt. Da ist, wenn überhaupt in der Stunde ein Auto gefahren. Heute wäre ein derartiger Umzug nicht mehr möglich. Man müsste die Straßen unbedingt sperren. Aber ich glaube nicht, dass heute noch Umzüge gemacht werden. Wenn, könnte ich mir nur vorstellten, dass ein Umzug direkt am Allerheiligenplatz gemacht wird. Durch die Straßenzüge, die wir gegangen sind, findet heute sicher kein Umzug mehr statt.

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