Leseproben – Tagebucheinträge Teil 1

“Zu Besuch in einer anderen Zeit”

Prolog von Uwe Schaffer

Vor mittlerweile eineinhalb Jahren saßen wir im Gastgarten bei einem kühlen Bier. Wir sprachen und diskutierten über verschiedenste Themen. Irgendwann unterhielten wir uns über die neueste Technik und wie rasant deren Entwicklung voranschreitet. Keiner von uns konnte sich vorstellen wie es ist, ohne all diese Technik zu leben. So formte sich der Wunsch, eine Zeitreise machen zu können und uns eine technikfreie Zeit an einem anderen Ort anzusehen.

Da uns aber die modernste verfügbare Technik genau das noch nicht bieten kann, beschlossen wir eine Zeitreisende aus einer anderen Zeit zu uns zu holen. Der Gedanke entwickelte sich in mehreren „Sitzungen“ weiter und weiter. Das Ergebnis ist folgende Geschichte:

In einer hoch technisierten Umgebung deren Weiterentwicklung derart rasant voranschreitet, dass selbst die Menschen die in dieser Zeit leben der Entwicklung geistig kaum folgen können, erscheint eine junge Frau. Woher sie kommt und wann sie die Zeitreise angetreten hat, ist und bleibt offen.

Sie zieht durch Wien und ist offensichtlich mit der für uns alltäglichen und allgegenwärtigen Technik überfordert. Auch kann sie scheinbar nicht verstehen, warum die Menschen rund um sie mit einer unsagbaren Geschwindigkeit durch die Straßen und Gassen hetzen und offensichtlich für nichts Zeit haben.

In einem Supermarkt lernt sie eine Frau, die etwa ihrem Alter entspricht, kennen. Sie führt unsere Zeitreisende durch die Stadt und lehrt sie die Möglichkeiten die das riesige Angebot an Technik bietet, für sich selbst zu nutzen.

Nach einigen Tagen besteigt sie ein Schiff um auch andere Orte dieser hektischen Welt zu erkunden.
Ihre Eindrücke und ihre Erlebnisse schreibt sie in ein Tagebuch und illustriert es teilweise mit handgezeichneten Skizzen.

Dieses Tagebuch halten Sie, lieber Betrachter nun in Händen. Es soll Sie durch die Ausstellung führen und einen Einblick in die Gedanken und Gefühle unserer Zeitreisenden bieten.

Tagebucheintrag 08 – “Ich habe Hunger”

Quelle: Photographics

Der Hunger quälte mich schon einige Zeit. Ich entdeckte ein Lebensmittelzentrum. Hier drinnen war es trotz hoher Außentemperaturen recht kühl und ich fragte mich wie das möglich ist.

Drinnen befanden sich hohe Regale, vollgefüllt mit fremdartigen Produkten aus dem Bereich der Alchemie und auch welche zum Essen. Allesamt hübsch verpackt, sodass diese für die Ewigkeit haltbar sind. Ich nahm einiges, das ich durch die durchsichtigen Stellen der Verpackung in ähnlicher Form bereits zu kennen glaubte. „Sehr klug“ dachte ich bei mir. So kann man die Sachen lange lagern und sie bleiben von Umwelteinflüssen geschützt! Als mir die ausgewählten Nahrungsmittel aufgrund ihrer glatten Verpackungen entglitten und zu Boden fielen ärgerte ich mich aber.

Als ich diese aufhob, kam ein nettes Mädel um mir beim Aufsammeln zu helfen. Wir kamen ins Gespräch und sie lud mich ein, mir ihre Stadt zu zeigen. Ihr Name war „Babs“. Nachdem wir die ausgesuchten Waren an einer Art Theke auf ein wie von Zauberhand bewegtes Band legen mussten, durften wir die Waren anschließend bezahlen und schlussendlich mitnehmen.

Tagebucheintrag 09 – “Die Verkehrskontrolle”

Quelle: Photographics

Draußen vor diesem Lebensmittelzentrum hatte Babs ein sehr interessantes Fahrzeug. Wir setzten uns hintereinander darauf. Dann drückte sie einen Knopf und ein knatterndes Grollen war zu vernehmen, während die Fahrt schon losging.

Bald darauf wurden wir von zwei gleich angezogenen Männern mit lustigen Kappen an den Straßenrand gewunken. Meine neue Bekanntschaft gab mir zu verstehen, dass es Probleme geben könnte, hielt aber trotzdem an, anstatt das Fahrzeug zu beschleunigen und diesem Problem so aus dem Weg zu gehen.

…… wie die Geschichte weitergeht findet ihr im Tagebuch.

Tagebucheintrag 19 – “Schöne, andere Melodien”

Quelle: Photographics

Meine neue Freundin besitzt ein Musikinstrument. Ähnliche kenne ich bereits, aber nur vom Sehen da ich keines davon bedienen kann. Vor einem sehr schönen Gebäude – Babs sagte dass es eine Kirche ist – in welche wir aber ohne Bezahlung eines beträchtlichen Betrages nicht hinein durften, lauschte ich den Klängen der Musik, welche meine Freundin dem Instrument zu verlocken vermochte. Wir saßen am Rand einer künstlich angelegten Wasserfläche, in welcher sich die Kirche wunderschön reflektierte. In einiger Entfernung hat sich eine kleine Menschenmenge gebildet, die ebenfalls den Klängen lauschte. Scheinbar spielt hier nicht oft jemand auf einem Musikinstrument.

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