Historisches aus Zwischenbrücken

Quelle: Photographics

Das Bahnhofsgelände ist nur etwa vier Kilometer vom Zentrum Wiens entfernt und gehört seit 1900 zum 20. Bezirk. Das Gebiet grenzt im Süden an die äußere Taborstraße, im Westen an die Nordwestbahnstraße, im Osten an die Dresdnerstraße und im Norden an die Stromstraße. Der Haupteingang befindet sich derzeit in der Tabor- und Nordwestbahnstraße. Die Fläche beträgt rund 44 Hektar.

Der Nordwestbahnhof war baugeschichtlich der letzte in der Reihe der großen Kopfbahnhöfe, errichtet 1870-1873 nach Plänen von Wilhelm Bäumer durch Theodor Reuter für die am 8. September 1868 konzessionierte Nordwestbahn.

An dieser Stelle befand sich zuvor ab 1834 das Vergnügungsetablissement „Universum” (1865 demoliert). Dem Bau des Nordwestbahnhofs fiel ein Teil des Augartens zum Opfer. Da das Baugelände sumpfig war, musste es bis zu vier Meter aufgeschüttet werden. Die Bahn selbst entstand unter der Leitung von Baudirektor Wilhelm Hellwag (Hellwagstraße). Der Betrieb ab Wien wurde am 1. Juli 1872 aufgenommen.

Da der Personenverkehr nach Mähren stark zurückgegangen war, wurde der Nordwestbahnhof am 1. Februar 1924 stillgelegt. Der Personenzugverkehr wurde nur mehr vom Nordbahnhof abgewickelt. 

Die funktionslos gewordene Nordwestbahnhalle wurde für Ausstellungen sowie politische und sportliche Veranstaltungen adaptiert. So konnte auf einer mit Kunstschnee bedeckten schiefen Ebene (mit Sprungschanze) schigelaufen werden. Nach der Eröffnung dieses “Schneepalasts” (26. November 1927) wurde von Richard Strebinger auf das abfahrende Auto von Bürgermeister Karl Seitz ein Pistolenattentat verübt, doch blieben Seitz und seine Begleiter unverletzt. 

Die Gleisanlagen behielten für den Frachtverkehr ihre Bedeutung; zahlreiche Speditionsfirmen betreiben hier Lagerhallen und Büros. Bis 2025 soll der Güterbahnhof abgesiedelt werden. Das Areal wird dann städtebaulich genutzt werden. 


Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wien_Nordwestbahnhof



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