Hier ein paar kurze Leseproben aus dem Begleitheft zum Grafikzyklus.

Dieses Begleitheft ist auch als eBook bei Amazon-Kindle erhältlich.

Tagebuch

Hier geht´s zum Tagebuch

eBook

Hier geht´s zum eBook

Tagebucheintrag 002 – “Die Reise beginnt”

Dort auf einer Parkbank saß eine alte Dame mit schlohweißen Haaren und fütterte Vögel, diese Ratten der Lüfte, wie sie die Leute zu bezeichnen pflegen. Als ich mich auf den freien Platz neben ihr auf die Bank setzte und dabei unabsichtlich die bereits um ihn versammelten Vögel verscheuchte, muss ich wohl auch einen kleinen Seufzer ausgestoßen haben.

Die Frau drehte langsam ihren Kopf in meine Richtung, blickte mich an und sagte zu mir: „ Liebes Kind! Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Nun, da sie mir die Vögel verscheucht haben, ich aber immer noch über ausreichend Zeit und Langeweile verfüge, können sie mir Ihre Probleme erzählen und ich werde versuchen ihnen zu helfen!“ Nachdem ich der Frau erzählt hatte, dass meine Freundin Babs, für die ich extra aus großer Ferne angereist bin, nicht da ist und ich mir nun vorgenommen habe die Örtlichkeiten, welche in den Büchern abgebildet sind aufzusuchen, lächelte die Frau milde und sagte: „Wenn das Ihre Probleme sind, so muss ich zugeben, dass ich sehr gerne Ihre Probleme haben wollte. In diesem Bezirk bin ich geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen und seit 75 Jahren wohnhaft. Ich kenne ihn wie meine Westentasche.“


Ich schlug das Buch auf und die alte Frau begann beim Betrachten des ersten Bildes zu schwärmen ……

weiter geht´s in unserem Tagebuch


Tagebucheintrag 010 – “Die Bim-Garage”

Bald kam ich an einem sehr besonderen Gebäude vorbei. Es war eine riesige Halle hinter einem Haus aus Backsteinen. Zu jeden der riesigen Tore führten diese im Boden eingearbeiteten Metallleisten, die diesen großen Fahrzeugen offenbar die Richtung vorgaben und welche sie auch offenbar zum Fahren benötigen.

Hier traf ich eine nette Frau, die mich scheinbar schon eine Zeitlang beobachtet hatte, wie ich interessiert das Treiben auf dem Gelände beobachtete. Sie sprach mich an und erklärte mir, ohne dass ich sie darum fragte, dass es sich um eine Remise handelte in welcher die Straßenbahnen über Nacht abgestellt werden um sie für den nächsten Tag zu reinigen, vor Vandalismus zu schützen und auch kleine Reparaturen durchzuführen. Sie erklärte mir auch, dass diese mit Gleichstrom betrieben werden. In dem Draht über den Bahnen befindet sich ein Strom, welcher auch Pluspol benannt werde. Er wird mittels des Bügels von der Leitung in den Motor geleitet. In den Metallleisten, auf welchen sie rollen, befindet sich der andere Strom welcher Minuspol oder auch Masse genannt wird. Dieser wird durch die Räder aufgenommen und zum Motor geleitet. Diese beiden Ströme werden im Motor zusammen gebracht und dabei entsteht dann diese immense Kraft, die diese Kolosse von Fahrzeugen mit all den Menschen bewegen können.

Ich staunte nicht schlecht und dürfte dabei sogar den Mund offen stehen gelassen haben, denn als ich ihn später schloss fühlte sich dieser trocken und kalt an. Nun hatte ich großen Respekt vor diesen im Boden eingelassenen Metallleisten. Kann mich dieser Minus oder Massestrom verletzen oder kann ich selbst Kraft durch ihn gewinnen, fragte ich mich, wagte es aber nicht die nette Frau zu fragen.

weiter geht´s in unserem Tagebuch


Tagebucheintrag 19 – “Schöne, andere Melodien”

Die dort anwesende Frau beäugte mich misstrauisch. Daher sprach ich sie einfach an und es ergab sich in weiterer Folge ein langes Gespräch. Sie erzählte mir, dass sie seit 1974 ein Tabakwarenverschleißgeschäft betreibt. Dies werde auch Trafik genannt. Hier kaufen die Leute diese weißen Papierrollen, in welchen sich kleingeschnittener Tabak befindet. Viele Leute stecken sich ein solches Röllchen in den Mund. Dann zünden sie es an und saugen dann die Luft durch diese glosende Rolle an. Daraus entsteht ein stinkender Qualm, welchen die Leute tief einatmen und nachher, durch die Lunge gefiltert, wieder ausblasen. Dieser Vorgang ist danach benannt wie er aussieht. Rauchen.

Die nette Frau erlaubte mir, meinen Pullover mit ihren Sachen feilzubieten. Während wir auf Kunden warteten, erzählte sie mir, dass sie das Geschäft, nachdem sie es 26 Jahre mühselig aufgebaut hatte, nun ihrem Sohn übergeben hat.

Den Flohmarkt gab es beinahe genausolang, aber mittlerweile hatte sich das Ganze zerschlagen. Sie hatte damals die Idee durch den Verkauf alter Sachen etwas Geld für bedürftige Kinderspitäler zu verdienen. Stolz berichtet sie vom Rekordergebnis: 1400,– Schilling konnten verdient und an die Spitäler gespendet werden. Das war damals viel Geld. Der damalige Bezirksvorsteher war Stammkunde in Ihrem Geschäft und so fasste sie all ihren Mut zusammen und fragte diesen um Erlaubnis für diesen Miniflohmarkt. Er gestattete es Ihr mündlich diesen am Gehsteig vor Ihrem Geschäft einmal im Jahr an einem Freitag oder Samstag abzuhalten. Falls jemand etwas dagegen haben sollte, solle sie denjenigen zu ihm schicken.

weiter geht´s in unserem Tagebuch


error: Content is protected !!