Historisches aus dem Brigittaviertel

Quelle: Photographics

Der überaus beliebte Brigittakirtag wurde ab 1775 alljährlich unter Beteiligung sämtlicher Volksschichten im „Brigittawaldl“, in unmittelbarer Nähe der Brigittakapelle abgehalten.

Der Andrang wurde schließlich so stark, dass in der Gegend des so genannten “Strohecks” (nahe der Brigittabrücke beziehungsweise der heutigen Friedensbrücke) eine Schiffsbrücke über den Donaukanal errichtet werden musste, um den Verkehr leichter zu bewältigen.

In den Auen wurden Schänken und Zelte aufgebaut, Seiltänzer und Gaukler errichteten ihre Gerüste, Feuerwerke, Vogelschießen und Ringelspiele sorgten für Aufregung. Auf den Wiesen und – wie aus der komischen Oper Der Brigitta-Kirchtag von Joseph Richter hervorgeht – auch auf gezimmerten Tanzböden, in Tanzlauben und Tanzhütten wurde getanzt.

Am Sonntag fanden sich eher die unteren Schichten ein, am Montag die vornehmere Gesellschaft. Während in den eleganten Tanzzelten bei teurem Essen relativ gute Orchester spielten, genügte sonst eine Drehorgel, ein Dudelsack, ein Klarinettist und ein Trompeter oder ein Harfenist mit einem Violinspieler. 

Franz Grillparzer hat in der Novelle “Der arme Spielmann” diesem Volksfest ein besonders schönes Denkmal gesetzt und diesen unglaublichen Trubel beschrieben.

Nicht selten kamen 60.000 bis 80.000 Besucherinnen und Besucher zu dem Kirtag, der am ersten Sonntag nach dem Julivollmond begangen wurde.

Nach der Revolution 1848 wurde der Brigittakirtag verboten.


Quellen:

https://www.wien.gv.at/bezirke/brigittenau/geschichte-kultur/geschichte/heilige-brigitta.html

https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_B/Brigittakirtag.xml



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